Das Premer Moor
Ein Baum erzählt
Auf der Schnittfläche eines gefällten Baumstammes erkennt man "Ringe". Jedes Jahr entstehen zwei, ein heller und ein dunkler Ring. Der helle Ring (Frühholz) entsteht im Frühjahr bei der Bildung größerer Zellen, der dunkle Ring (Spätholz) im sommer durch die Ausbildung kleinerer Zellen. Anhand der Jahresringe kann nicht nur das Alter eines Baumes ausgezählt werden.
Auch die Wachstumsbedingungen in den verschiedenen Jahren spiegeln sich im Aussehen der Ringe wider. In einem für den Baum guten Jahr - mit ausreichend Regen und Sonnenschein - sind die Jahresringe dicker. Schlechte Bedingungen - z.B. Dürre, Kälte oder Schädlingsbefall - werden durch die dünneren Jahresringe angezeigt.

Was ich erlebt habe?
Zu der Zeit als ich wurzelte, zeigte die Chronik den längsten Winter in Mitteeuropa auf. Acht Monate hielt er an und brachte eine große Hungersnot ins Dorf.
Im mittleren Altr erlebte ich mit, wie die Premer mit Pechfackeln vorbeizogen und die Abschaffung des Lechbrückenzoll feierten. 360 Seelen zählte damals das Dorf.
30 Jahre später konnte mein Wipfel schon pro Jahr 200 Lechflöße sehen.
Ich war schon im besten Alter, als ich 35 Jahre später Premer Bürger zu meinen Füßen das Bett des Röthenbachs erweiterten und das Moorbad schufen. So manch feses Madl hat zu meinen Füßen Schatten gesucht.
Zur Jahrtausendwende schaute man schon neidvoll auf meinen mächtigen Stamm.
Neun Jahre später durften neue Bäume meinen Plaz einnehmen.
Gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
und den Europäischen Landwirtschaftsfond für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER)










