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Gemeinde Prem

Prem am Lech

Herzlich willkommen in Prem am Lech
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Prem vor 850 Jahren – 1167

Unter dem Steingadener Probst Conrad I (1162 – 1190) starb im Jahre 1167 in Italien an der Pest der junge Welf VII., so dass nunmehr der alte Welf VI. (gestorben 1191) kinderlos war. „Der alte Welf brachte den einzigen Erben seiner Macht und Reichtümer nach Steingaden zur ewigen Ruhe“ (M. Graf).

Prem vor 400 Jahren – 1617

Der Hofoberrichter des Klosters Steingaden, Johann Götschl, stellte am 1. Dezember für Benedikt Schilling, den Sohn des Anton Schilling von Prem und dessen Ehefrau Dorothea Ritterlin, einen Geburtsbrief aus. Eine Reihe von Zeugen bestätigten die eheliche Geburt und die Ehrenhaftigkeit des Benedikt Schilling. Als Zeugen traten auf: Althofschneider Michael Paur und Althofschmied Enderle Hennenvogel von Lauterbach, Martin Rösl zum Rösl, Augustin Spindler, Meier, Hans Echtler im Bosch (wohl Boschach), Thomas Schwaiger ufm. Gogl, Martin Pfeiffr ufm unders Riedt, Anton Steinle ufm Geisenberg, Gregor Geisenberger in der Hochegg, Hans Oetschmann uf der Brandstatt, Hans Pürling von Brem, Andreas Schalk von Lauterbach, Georg Lori im Holz und Georg Strauß von Urspring.

Prem vor 350 Jahren – 1667

Ein Eintrag in den Kirchenrechnungen von Prem erklärt uns die Herkunft des Urspringer Hausnamen Bohrer. Er geht zurück auf den Maurer Andre Beyrer zu Urspring, der in diesem Jahr das Dach der Pfarrkirche repariert hat.

In der gleichen Kirchenrechnung ist die Rede von einem Kreuzgang nach „Dietlariedt“ (Dietelried bei Sachsenried), wobei für Sänger ein Gulden 20 Kreuzer ausgegeben werden. Am St. Anna-Tag dieses Jahres zogen die Premer zur Verehrung der heiligen Anna nach Trauchgau.

Prem vor 325 Jahren – 1692

In diesem Jahr wurde „die Bildnus S. Michaels“ (das ist eine Holzfigur) gefasst, der Tabernakel angestrichen und vergoldet. Am 1. Juni heiratet in Prem Melchior Bracht von Moos (aus einer hochachtbaren Familie) die Jungfrau Anna Kempter „ab dem Ilgen“.

Prem vor 275 Jahren – 1742

Am 1. Januar wurde in der Pfarrkirche Prem Franz Anton, Sohn des Augustin und der Rosa vom Gründl getauft. Pate war der Steingadener Klosterapotheker Laurentius Rosenmayr, getauft hat der damalige Pfarrvikar Pater Eustach Enzenspergr, Prämostratenser von Steingaden.

Am 30. September fand seinen Tod der Jüngling Michael Dir (Dyrr) von Prem, da er wegen der Furcht for den Husaren, welche umherschweiften, mit Pferden über den Lech setzen wollte. Vor den Augen vieler Pfarrangehöriger und von ihnen bejammert, sank er in die Fluten und konnte nicht mehr gerettet werden. Sein Leichnam wurde am dritten Tage von Flößern gefunden und auf dem Friedhof der Pfarrei Prem beerdigt. Michael Dir war etwa 40 Jahre alt. (Originaltext in lateinisch im Sterbebuch der Pfarrei Prem von 172).

Prem vor 250 Jahren – 1767

Am 3. September berichtet Abt Marian II. Mayr von Steingaden an die Landesdirektion in ständischen Klostersachen über ein Unwetter vom 24. Juli: Entsetzlich ausgebrochener Schauer und häufig geworfenen Rißlen ein starker Teil allhiesigen Untertanen an den Feldfrüchten geschädigt; ebenso auch jenseits des Lechs (Staatsarchiv München, Klosterliteratur von Steingaden, fasc. 701, Nr. 24 – 25).

Am 11. Oktober fand, vermutlich in Füssen, Firmung durch den Augsburger Weihbischof F.X. Adelmann von Adelmannsfelden für 32 Firmlinge aus der Pfarrei Prem statt.

Prem vor 225 Jahren – 1792

Am 3. August stellt Hofrat und Landammann Licentiat Blasisus Schaflitzl im Auftrag des Augsburger Bischofs Clemens Wenzeslaus einen Freibrief für Caspar Bosch, Sohn des Schlossermeisters Joseph Bosch und der Katharina Wilhelmine von Sonthofen aus, damit er sich in Prem, Hofmark des Klosters Steingaden, häuslich niederlassen kann.

Sein Sohn Martin Bosch, Schlossermeister in Prem HNr. 65 (Hausname: Beim Schlosser) hat einige Holzschnitzereien für die Pfarrkirche Prem, um 1850 geliefert. Er wird als besonders tüchtiger Handwerksmeister geschildert.

Prem vor 200 Jahren – 1817

Aus dem Pfarrarchiv Prem: Nach Aufhebung des Klosters Steingaden wurde die Pfarrei Prem wie bisher unter Klosterzeiten als selbstständige Pfarrei belassen und für sie ein eigener Pfarrer ernannt. Bis zur Erbauung eines Pfarrhofes im Jahre 1817 bewohnte der Pfarrer gemietete Wohnungen. „Den Pfarrhofbau bestritt auf Grund des Reichsdeputationsbescheides von 1830 das Aerar und wendet er auch seither allen großen und kleinen Baufällen.“

Zum Bau des Pfaffhofes wurde Pl. Nr. 17 Schlattanger mit 12.45 Tagwerk und Pl. Nr. 17 ½ schon vor 1808 von der Gemeinde Prem der Pfarrei durch Dotation unentgeltlich überlassen. Der Gras- und Obstgarten Pl. Nr. 63 zu 38 Dezimale und Acker Nr. 270 zu 0,46 Tagwerk wurde im Jahre 1818 um 130 Gulden gekauft bzw. eingetauscht.

Nach dem Pfarrhofbau verblieben beim Pfarrhof 12 ¾ Tagwerk Grundstücke. Die Gemeinde leistete freiwillig beim Bau unentgeltlich Sandfuhren.

Prem vor 175 Jahren – 1842

Am 25. Juli wurden in Schongau durch den Augsburger Bischof Peter von Richarz aus der Pfarrei Prem acht Knaben und sieben Mädchen gefirmt. Laut Übergabevertrag von 11. Oktober hat Georg Sieber ein Hufschmied-Anwesen von seinem Vater Gabriel Sieber erworben. Es handelt sich dabei um ein Realrecht. (Akten d. B. A. Schongau, Gewerbs Cataster 19. Jh.)

Prem vor 125 Jahren – 1892

In diesem Jahre wurde von Floßmeister Franz Petz in Prem 112 Flöße gebunden und befördert.

Am 24. Januar ist im Pfarrarchiv verzeichnet:
Herkömmliche Wachsverteilung am Feste Mariae Lichtmeß an den Pfarrer (2 Pfund), dessen Haushälterin (1/2 Pfund), den Stiftungspfleger (zwei große, einviertelpfündige Kerzen) und dessen Frau, an die Chorsängerinnen und alle übrigen auf dem Chor Bediensteten ohne Ausnahme sowie der Meßner und die Ministranten erhielten je 1/8 Kerze. In Zukunft sollen die Sängerinnen und Sänger sowie die Instrumentalmusiker etwas mehr erhalten als Geschenk für ihre Bemühungen während des Jahres auf dem Kirchenchore.

Am 04. Juni vormittags 8 Uhr, starb Josef Heißerer, Söldner und Floßer in Prem HNr. 60, im Alter von 28 Jahren, fünf Monaten, 17 Tagen.

„Ertrunken in den reißenden Wellen des Lech am Pfingstsamstag bei Schongau, indem der Unglückliche einen losgelösten Baum ans Floß ziehen wollte, dabei aber ins Wasser stürzte. Sieben Tage darauf fand man den Leichnam mit einer großen Stirnwunde in der Nähe von Apfeldorf“. (Pfarrarchiv Prem und Standesamt Apfeldorf)

Prem vor 100 Jahren – 1917

Zur Beteiligung an der Zeichnung zur 6. Kriegsanleihe werden durch die Gemeinde Pfandbriefe d. Schul- und Armenfounds Stiftung veräußert und dafür 4 ½ %ige Reichsschatzanweisungen erworben.

In der Gemeinderatssitzung vom 28. Mai wünscht die Gemeinde die Erhöhung des monatlichen Bierkontingents der einzelnen Gastwirtschaften durch die liefernde Aktienbrauerei Kaufbeuren. Dafür treten vor allem Bürgermeister Eduard Pfeiffer und sein Stellvertreter Peter Heißerer ein.

Am 18. November wird das Konzessionsgesuch des verheirateten Gastwirtes Jakob Moosmang zum Betrieb der von ihm erworbenen Gastwirtschaft in Gründl HNr. 4 genehmigt.

Am 30. Dezember wird in Anbetracht der bestehenden Teuerung und der erheblichen Mehrarbeit im gemeindlichen Polizeidienst dem Gemeindediener Peter Huber eine weitere Gehaltsaufbesserung von jährlich 50,00 Mark rückwirkend zum 01. Januar 2017, bis zum Eintritt normaler Zeitverhältnisse gewährt. Der Beschluß trägt folgende Unterschriften: Augustin Sieber, Peter Heißerer, Alois Kohler, Adolf Nuscheler, Wilhelm Streif und Augustin Lutz.

Gemäß Gutachten des Generalkonservatoriums der Kunstdenkmale und Altertümer Bayerns vom 13. Juli 1917 wurde von den drei Glocken der Pfarrkirche zum hl. Erzengel Michael in Prem die älteste und kleinste Glocke, die dem 14. Jahrhundert angehört, wegen ihres besonderen wissenschaftlichen, geschichtlichen und kunstgewerblichen Wertes von der Beschlagnahme, Enteignung und Ablieferung befreit. Die zweitgrößte wurde als Läuteglocke bestimmt und die größte mußte abgeliefert werden. Sie hatte den Ton f, ein Gewicht von 793 kg, eine Höhe von 90 cm und einen Durchmesser von 120 cm. Am Hals zwischen Zierleiste und modernem Renaissanceguirlandenfries die Umschrift „Anton Bletl hat mich gegossen in Augsburg im Jahre 1929. Durch Feuer und Hitze bin ich geflossen“.

Im Mantel als Bildschmuck die Kreuzigungsgruppe, dazu die Inschrift: „Sir nomen Domini benedictum“ d. i. der Name des Herrn sei gebenedeit. Auf der entgegengesetzten Seite das Bild der Unbefleckten Empfängnis, darunter die Inschrift: „S. Maria, ora pro nobis!“

Prem vor 75 Jahren – 1942

Als landwirtschaftliche Hilfskräfte kamen im Jahre 1942 ca. 20 Ukrainer und Polen, darunter auch Frauen nach Prem. Es sollte sich um „Desserteure“ der polnischen und russischen Armee handeln. Zunächst waren sie nachts in der Post-Expedition beim Gasthaus Bayer. Löwe untergebracht, später wurde erlaubt, daß sie auch nachts bei den Bauern bleiben konnten.

Überwiegend waren es fleißige Leute, die in Prem beliebt waren; sie blieben bis zum Ende des Krieges. Nach der deutschen Kapitulation randalierten einige und versuchten Deutsche zu denunzieren; die beiden Rädelsführer wurden dabei in der Umgebung von amerikanischen Truppen erschossen. Der Großteil blieb bei den Bauern und arbeitete weiter, bis sie in die Heimat zurück mußten. Zum Teil wurde unter Tränen Abschied genommen. Doch die versprochenen schriftlichen Nachrichten blieben aus. Man hat nie wieder etwas von ihnen gehört.

Am 29. März findet in Prem ein Dorfgemeinschaftsfest statt.

Im Oktober werden von den Schulkindern folgende Sammlungen durchgeführt.

  • Eßgeschirr und Besteck für Flüchtlinge
  • Bucheckern 28 kg
  • Bücher 22 Bände und 75 Hefte
  • Rinderschweifhaare 4 kg
  • Roßhaare 0,5 kg

Am 17. März zählte die Pfarrei Prem 564 Seelen, davon 370 in der Ortschaft Prem, 50 in Gründl, in Unterried usw.

Der Bevölkerungszuwachs in diesem Jahrhundert war gering. Im Jahre 1900 lebten schon 433 Seelen, im Jahre 1918 524 Seelen. Zwischen 1910 und 1940 waren es immer mehr als 500, meist um 550 Seelen in der Pfarrei.

Am 26. Februar wurden zwei Glocken der Pfarrkirche Prem an die Reichsstelle“ in Hamburg abgeliefert:

  1. Christusglocke, Ton fis 1, Gewicht 760 kg, Durchmesser 1,10 m, Gegossen von Karl Hamm in Regensburg 1925.
    Inschrift: Hamm Ratisb. MCMXXV
    Bilder: An der Seite ist ein Kreuz mit der Figur des Gekreuzigten und „Nomen Domini benedictum“.
  2. 2. Marienglocke, Ton a 1, Gewicht 450 kg, Durchmesser 0,95 m, Gegossen von Fritz Hamm in Augsburg 1893.
    Inschriften: Fudit me F. Hamm Augustanus 1893
    Ecce ancilla Domini – Ave Maria gratia plena Angelus Domini nuniavit.

Erhalten blieb eine mittelalterliche Glocke mit dem Ton d 2 und einem Gewicht von 180 kg, Durchmesser 0,75 m.

Der Gießer ist unbekannt. Die Glocke hat keine Verzierungen und nur obe um die Krone eine schwer leserliche Inschrift.

Generalkonservator Dr. Georg Hager erklärte am 13. Juli 1917, daß diese Glocke dem 14. Jahrhundert angehört und hohen Altertumswert besitzt.

Termingemäß zum 12. Mai 1942 war die Glockenabnahme im Kreise Schongau beendet. Es wurden abgenommen von 26 Gemeinden 119 Stück mit 69218 kg Gewicht. Auf den Türmen verlieben:

D-Glocken (künstlerische und historisch höchstwertige Glocken) 6 Stück mit 1130 kg Gewicht und Läuteglocken 49 Stück mit 8455 kg Gewicht, zusammen 55 Stück mit 9585 kg Gewicht.

Durch die eingehende wissenschaftliche Aufnahme der Glocken durch den Verfasser dieser Chronik ist der Nachwelt Kunde erhalten von einzigartigen Zeugnissen deutschen Handwerkerkönnens.

Prem vor 50 Jahren – 1967

Unter Leitung von Bürgermeister Franz Hohenegg fand am 04. März im Gasthaus Lutz eine Bürgerversammlung statt. Einleitend dankte der Bürgermeister dem Gemeindesekretär Adalbert Länger für seine zwanzigjährige Verwaltungsarbeit, dem Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr und seinem Stellvertreter Konrad Lory.

Man stellt fest, daß der Wirtschaftswegebau nach Moosreiten in der Planung fertig ist. Geplant ist der Neubau eines Feuerwehrgerätehauses in Unterried, der Ausbau des Moorschwimmbades und die Anlegung eines Kinderspielplatzes. „Der Bau der Staustufe 2 durch die BAWAG bringt nicht geringe Unruhe ins Dorf. Da Prem unterhalb des Staudammes liegt, kann von einem großen Vorteil beim Bau des Staudammes für Prem wohl nicht gesprochen werden. Einige Premer Bürger haben ihre Bedenken angemeldet, wenn einen Steinwurf hinter ihrem Haus ein 15 Meter hoher Damm mit Tausenden von Kubikmetern Wasser dahinter gebaut würde. Im Zuge des wasserrechtlichen Verfahrens werden sich die Betroffenen zusammenschließen, um jedmögliche Sicherheitsleitungen durch die BAWAG durchzusetzen“. Eine wenig befriedigende Lösung ist die Anlegung des Schuttabladeplatzes in den Lechaue gewesen. Abgesehen von dem unschönen Bild, sei der Graben jetzt voll und es müßte mit einer Raupe erst ein neuer angelegt werden. Inzwischen habe sich eine andere Lösung angeboten, da ein Bauer eine S Schlucht an der Straße Prem-Holz zur Verfügung stelle, die für diesen Zweck sehr gut geeignet sei. Der Weg sei etwas weiter, doch führe eine Teerstraße bis zu diesem Platz. Für Bürger, die kein Fahrzeug besitzen, soll gegen eine Gebühr ein Abfuhrdienst eingerichtet werden. Bürgermeister Hohenegg stellt fest, daß der Neubau eines 2. Operationssaales und einer modernen Entbindungsstation in Steingaden notwendig sei. Prem sei zu einem Neuntel an diesem Krankenhaus beteiligt. „Keine Erweiterung, aber eine Renovierung der Kirche“ ist die Meinung der Gemeindebürger. Das Problem „Kirchenneubau“ wird in der Bürgerversammlung am 04. März zurückgestellt.

Um das gemeindliche Moorbad vor dem Verfall zu schützen, sah sich der Gemeinderat am 18. März veranlaßt, das Bad wieder auf ein Niveau zu bringen, daß es allen Anforderungen gerecht wird. Baumeister Adolf Gröger aus Prem erläuterte die notwendige Baumaßnahme. Gesamtkosten 17.000,00 DM.

Am 15. April wird die Annahme einer rot-weißen Fahne beschlossen, der das Gemeindewappen aufgelegt wird.

Am 27. Mai wird die Gründung eines Interessenverbandes der Betroffenen gegen die BAWAG beschlossen. Da im Jahre 1968 mit dem Bau der Lechstaustufe 2 begonnen werden soll, sieht sich der Gemeinderat veranlaßt, einen Interessenverband zu gründen, um die Anlieger und sonstigen durch den Bau der Lechstaustufe 2 Betroffenen vor Grundwasser, Wertminderung der Grundstücke und Gebäude u.s.w. zu schützen. Der Bürgermeister wird diesbezüglich mit Rechtsanwalt Gottfried Wörner in Augsburg Rücksprache halten.

Am 16. Juni berät der Gemeinderat über die Schäden durch Hochwasser. „Durch die lang anhaltenden Regenfälle hat das Hochwasser in Unterried einen großen Schaden verursacht. Um das vom Hochwasser fortgeschwemmte Straßenstück aufzufüllen, werden 10 bis 15 Fuhren Kies aus der gemeindlichen Kiesgrube bewilligt“.

Angesichts der unter den Gemeindebürgern wegen des Vorhabens der BAWAG entstanden erheblichen Beunruhigung faßt der Gemeinderat am 22. Juli in ernster Sorge um das Wohl der Gemeinde und ihrer Bürger im Bewußtsein der ihm obliegenden Verantwortung nach ein gehender Überprüfung des Für und Wider, wobei für das Vorhaben sprechende Gesichtspunkte nicht erkennbar geworden sind, einstimmig folgenden Beschluß:

  1. Es wird beim Landratsamt Schongau beantragt, die Bewilligung der von der BAWAG beabsichtigten Gewässerbenutzung-Errichtung der Lechstaustufe 2 – zu versagen.
  2. Sollte die Bewilligung erteilt werden, so ist zum Ausgleich der Gemeinde und ihren Bürgern erwachsenen Schädigungen und Nachteile gegebenenfalls im Wege der Auflage oder der Bedingung des Bewilligungsbescheides sicherzustellen, daß
    1. Jeder beteiligte Gemeindebürger vollen Ersatz des ihm entstehenden Schaden erhält
    2. Die BAWAG eine ausreichende Haftpflichtversicherung zur Deckung aller bei etwaigen Dammbruch entstehenden Schäden, auch etwaiger Schäden in Folge höherer Gewalt oder Kriegseinwirkung abzuschließen hat.
    3. Die Gemeinde einen ihrer besonderen Benachteiligung durch die Einigung der Entwicklungsmöglichkeiten im unteren Dorfteil entsprechenden Anteil der von der BAWAG zu leistenden Gewerbesteuersteuer erhält;
    4. Die BAWAG sämtliche von ihr bei der Errichtung der Staustufe benutzten gemeindlichen und privaten Straßen und Wege in ordnungsgemäßem Zustand zu erhalten und nach Abschluß der Arbeiten auf ihre Kosten zu erneuern hat und für jeden Flurschaden im Zusammenhang mit den Arbeiten haftet;
    5. Die BAWAG verpflichtet wird, über das Dammbauwerk in Ost-West-Richtung eine dem öffentlichen Verkehr zu widmende Fahrstraße zu erreichten und zu unterhalten
    6. Die BAWAG verpflichtet wird, aussreichenden Ersatz für die entfallende Möglichkeit der Kies- und Sandentnahme aus dem zu stauenden Gelände zu schaffen;
    7. Die BAWAG verpflichtet bzw. angehalten wird, eine gemeindliche Sportanlage (Sportplatz und Schwimmbad) zu schaffen;
    8. Am Stausee eine den Gemeindebürgern und Fremdenverkehrsgästen zur Verfügung stehende Bootsanlage – und Verankerungsstelle geschaffen wird und die Gemeinde Prem bei der etwaigen Vergabe von Motorbootzulassungen angemessen berücksichtigt wird
    9. Der aus Bürgern und Anliegergemeinden gebildete Fischereiverein Oberer Lech e.V. die Möglichkeit der Fischereiausübung im Stausee, sei es im Wege der Verpachtung des Fischereirechtes, zumindest aber durch Zuteilung einer ausreichenden Anzahl von Fischereierlaubnisscheinen (Jahres-, Wochen- und Tageskarten) erhält; ferner eine Regelung gefunden wird, die es der Gemeinde Prem ermöglicht, Fischereierlaubnisscheine an ihre Bürger und Fremdenverkehrsgäste auszugeben.

Am 2. September wird festgestellt, daß drei Jans-Quellen neu gefaßt sind, die einwandfreies Wasser liefern. Der Gemeinderat beschließt, daß eine weitere Quelle an der Ostgrenze neu gefaßt wird. Mit der Arbeit soll baldmöglichst begonnen werden.

Am 7. Oktober wird über einen Einspruch des Josef Köpf in Jans HNr. 1 gegen die Neufassung der Quelle diskutiert. Er machte geltend, daß er am Hangfuß zwei Fischweiher betreibe, die er bisher nur aus dem Überwasser der Quellfassung gespeist habe. Der Gemeinderat ist der Auffassung, daß Köpf nicht berechtigt ist, Wasser aus den Jansquellen zu entnehmen. Außerdem ist es verboten, eigenmächtig Wasser aus den Quellen abzuleiten. Der Gemeinderat besteht darauf, daß die Arbeiten zur Neufassung der Jansquellen weitergeführt werden.

Der Sportverein Prem erhält am 26. Oktober einen Zuschuß von DM 400,00 für die Beleuchtung des Sportplatzes.

Die Renovierung der Alten Schule erfordert die Aufnahme eines Darlehens von DM 20.000,00. Da das Gebäude vor dem 1. Juli 1956 bezugsfertig geworden ist, ist, gemäß Beschlusses vom 25. November, ein zinsverbilligtes Darlehen mit 2% auf fünf Jahre Laufzeit aufzunehmen.

Am 09. Dezember wird für die Vergrößerung der Wasserreserve von 100 auf ca. 300 cbm Inhalt die Firma Leonhard Pfanzelt in Lechbruck beauftragt.

In der gleichen Sitzung wird festgestellt:

Der neue Leitungsstrang, der für die Anschlüsse der BAWAG sowie für die Anwesen in der Aumühle und Oberaumühle dienen soll, durchquert auch die Wiese des Landwirts Georg Lory, der die Legung der Rohre verweigert. Die angeschlossene Viehtränke beim Wasserreservoir hat Lory zu entfernen. In der gleichen Sitzung werden Ausbau und Teerung der Straße zu der Dreifaltigkeit, spätestens im Frühjahr 1968, genehmigt.

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Veranstaltungen

Papiersammlung

Papiersammlung

Beginn: Samstag 20.07.2019
Uhrzeit: 08:00 Uhr
Wo: Prem

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Biomüll

Biomuell

Beginn: Mittwoch 24.07.2019
Uhrzeit: 06:00 Uhr
Wo: Prem

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Klangreise
entspannen - genießen - loslassen
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klangschale

Beginn: Donnerstag 25.07.2019
Uhrzeit: 20:00 Uhr
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Musikantentreffen

Musikkapelle_Prem

Beginn: Freitag 26.07.2019
Uhrzeit:   Uhr
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92. Gautrachtenfest - Tag der Musikkapellen - Sternmarsch

gaufest2019

Beginn: Freitag 26.07.2019
Uhrzeit: 19:00 Uhr
Wo: Prem

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Aktuelles

Moor- und Nachtwanderungen 2019

Das Huidingerle

Ab Mai 2019 starten wir wieder mit unserer geführten Moor- und Nachtwanderung durch den Premer Filz.
Die geführte Moorwanderung findet jeden Dienstag um 18.00 Uhr, die geführte Nachtwanderung jeden Donnerstag um 21

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Aussichtsreiche Wanderung in Prem am Lech

wir waren mal wieder in der Heimat unterwegs… viel Spaß mit dem Bericht!

http://landeiundco.de/aussichtsreiche-wanderung-in-prem-am-lech/

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Gemeindeverwaltung

Herausforderung Schmerz

Anlässlich des Aktionstages gegen den Schmerz beraten renommierte Experten am 4. Juni von 9 bis 18 Uhr unter der kostenfreien Rufnummer 0800 1818120 zum Thema Schmerz.

Etwa 4,4 Millionen Menschen leben in Deutschland mit langanhaltenden Schmerzen und sind dadurch körperlich und oft auch sozial stark beeinträchtigt.

Auch die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) will Schmerzpatienten unterstützen, ihre Situation zu bewältigen und bietet in Kooperation mit dem GET.ON-Institut ihren Versicherten Online-Gesundheitstrainings an. Ein persönlicher Coach vermittelt entsprechende Strategien. Das Gesu

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Solarwärme-Check für den optimalen Ertrag

Solarthermische Anlagen, die auch als Solarwärmeanlagen bezeichnet werden, heizen das Wasser und die Wohnung mit der Kraft der Sonne – das ist ökologisch sinnvoll und nachhaltig, zumal die Lebensdauer von Sonnenkollektoren 25 bis 30 Jahre beträgt. Schmutz, kleine Defekte oder falsche Einstelllungen können die solaren Gewinne erheblich beeinträchtigen. Um das Potenzial voll ausschöpfen zu können, muss zudem gewährleistet sein, dass die Anlage mit dem Heizkessel richtig kommuniziert. In der Praxis ist das nicht immer der Fall. Empfehlenswert ist daher der Solarwärme-Check von Verbraucherzentrale und eza!. Bei einem Vor-Ort-Termin überp

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Ehrungen an der Jahreshauptversammlung 2019

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Ehrungen an der Jahreshauptversammlung 2019

Hintere Reihe: Franz Huber (50 Jahre SV Prem), Maik Knappich (10 Jahre Ausschusstätigkeit)
Vordere Reihe: Max Pfeiffer (Ehrenmitglied), Franz Ott (Ehrenmitglied), Andreas Echtler (1. Vorstand), Dieter Hoffmann (Ehrenmitglied)

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Musikkapelle

Jahreskonzert

Die Musikkapelle Prem veranstaltet am

Donnerstag, den 26. Dezember 2019
um 20 Uhr

in der Turnhalle der Mittelschule Steingaden das traditionelle Weihnachtskonzert.

Zum Vortrag kommen klassische Stücke, Medleys, Walzer, Polka und Marsch.

Über Ihren geschätzten Besuch würden wir uns sehr freuen.

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Schützenverein

Umbau Schießstände

Wegen Umbaumaßnahmen an den Schießständen ist bis auf weiteres der Schießbetrieb eingestellt.
Spätestens Mitte September geht es aber mit dem normalen Übungsschießen wieder los.

Wenn wir fertig sind, lösche ich den Beitrag bzw. werden wir euch in der Gruppe (WhatsApp) informieren.

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Vereine