Biber im Landkreis Weilheim-Schongau
Geschrieben von marion am 09.09.10 um 9:48 Uhr • Artikel lesen
Eigenwillig bearbeitete Baumstämme, gefällte Bäume, angespitzte Stümpfe von Weiden und Erlen, entrindete Stämme und Äste an unseren Bächen, zeigen untrüglich die Anwesenheit der Biber. Nach der Ausrottung der Biber im Jahr 1867 und ihrer Wiedereinbürgerung 1966 holen sie sich allmählich ihren angestammten Lebensraum in Bayern zurück, und leben inzwischen seit ein paar Jahren auch wieder in fast jeder Gemeinde unserers Landkreises.
Seit 15 Millionen Jahren nagen Biber in Bayern, sie waren also lange vor uns Menschen hier!
Viele Naturfreunde freuen sich, dass die großen scheuen Nager, die eifrigen Baumeister am Wasser, wieder da sind, und damit wieder mehr Leben in unsere Gewässer zurückkehrt.
Biber sind eine besonders und streng geschützte Art (Bayerisches Naturschutzgesetz, BNatschG). Unter den strengen Schutz fallen auch ihre Lebensräume, das sind z.B. ihre Fraßplätze, die von ihnen gebauten Dämme, die meist unterirdischen Wohnhöhlen und die Biber-Burgen, zu erkennen an einem großen Haufen aufgeschichteter Äste und Zweige in unmittelbarer Nähe eines Wasserlaufs.
Die Biber sind in Bayern immer noch in der Ausbreitungsphase, da es noch viele biberfreie Gewässer gibt. Ein Biberrevier, das etwas 2 - 4 km eines Bachlaufs umfasst, wird von einem Elternpaar mit 3 - 4 Jungen besetzt. Die zweijährigen Jungtiere werden aus dem Revier der Eltern vertrieben und müssen sich einen neuen Lebensraum suchen. Beim Eindringen in besetzte Reviere kommt es zu erbitterten Kämpfen mit den dort ansässigen Bibern, oft mit tödlichem Ausgang. So regeln die Biber ihre Population selbst und die Anzahl der Tiere in einem Revier bleibt in etwa konstant.
Konflikte zwischen Menschen und Biber entstehen überwiegend dadurch, dass wir Menschen durch dichte Bebauung, intensive Nutzung der Ufer-Randstreifen und Rodung der Auwälder unserer Bäche, Flüsse und Seen, den ursprünglichen Lebensraum der Biber zerstören oder für uns allein beanspruchen.
Die Wasserwirtschaftsämter versuchen Ufer-Randstreifen aufzukaufen um sie den Flüssen und Bächen zurückzugeben damit diese dort ihre eigene Dynamik entfalten können. Auwälder sind der beste Hochwasserschutz, sowie wertvoller Lebensraum für die Biber udn viele andere, auch seltene und bedrohte Tierarten.
Bisher halten sich die von Bibern verursachten Schäden in tragbaren Grenzen. Seit August 2008 gibt es im Staatshaushalt einen Ausgleichfonds für größere wirtschaftliche Schäden in der Land-, Forst- und Teichwirtschaft.
Für Schäden in Privatgärten muss jeder Bachanlieger selbst aufkommen.
Einfache Mittel zum Schutz vor den scharfen Zähnen des Bibers:
Biber sind reine Vegetarier und ernähren sich im Sommer überwiegend von Gras. Sie fressen aber liebend gerne auch Mais und Äpfel, Salat und Gartengemüse. Es sollte also z.B. kein Fallobst am Boden liegen bleiben, das lockt die Biber an.
Hilfreich ist es, Gärten in Ufernähe mit einem stabilien Maschendrahtzahun von 2,5 mm Drahtdurchmesser einzuzäunen und diesen ca. 30 cm in den Boden zu vergraben um dadurch ein Untergraben des Zaunes durch die Biber zu verhindern.
Im Herbst und Winter fällt der Biber liebend gern Weichholzbäume, vor allem Weiden und Pappeln, sehr gerne auch Obstbäume. Sie fressen von den Bäumen nur die Rinde, die Baumstämme bleiben zurück und können u.a. noch als brennholz genutzt werden.
Wenn der Garten in Bachnähe liegt, sollten wertvolle Gehölze durch eine ca. 1m hohe Ummantelung mit verzinkten Drahtgewebe (z.B. Maschendraht oder Estrichgitter) geschützt werden. Dies ist ein wirksamer Schutz.
Wenn Sie Fragen zum Biber oder Probleme mit der Arbeit ihrer schaften Zähne haben, wenden Sie sich bitte an die Biber-Beauftragten des Landkreises Weilheim-Schongau:
Herr Friedrich Gindhart, Tel. 08803/60163 - Einzugsgebiet Lech
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